Mixertypologie
DJ-Mixer haben Eins gemein: Zwei oder mehr Audioquellen können zu einem Mixsignal zusammengeführt werden. Und damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. Jedes Mischpult ist einzigartig – trotzdem kann man verschiedene Typen unterscheiden:
Battle-Mixer sind durch ihre Bauweise und Fadertechnologie voll auf reine Scratch/Juggle/Battle-Anwendungen ausgerichtet.
USB-Mixer können per Universal Serial Bus in eine rechnergestützte Peripherie eingebunden werden.
2-Kanal-Mixer sind ausreichend für den klassischen Mix mit zwei Plattenspielern oder zwei CD-Playern.
3-Kanal-Mixer sind Pflicht für alle DJs, die sich im Triplemix mit drei Playern versuchen wollen.
4- und Mehrkanal-Mixer sind meist klassische Clubmixer, an denen zwei bis drei Plattenspieler und zwei CD-Player gleichzeitig angeschlossen sind. Gerade für die Kombination von Mixquellen mit Producing-Equipment wie Drummachines und Samplern sinnvoll.
Fadergrundkurs
Entscheidend für die Qualitäten eines Mischer sind seine Fader. Hier die wichtigsten Anhaltspunkte:
Der Crossfader ist das zentrale Arbeitstool des DJs, mit dem zwei Quellen gemischt und über geblendet werden.
Die Linefader regeln die Ausgangslautstärke der einzelnen Kanäle. Kommen meistens als 60mm-Version, bei großen Clubmixern auch als 100mm-Langversion. TCT-Fader (Total Contact Track) Ein Fortschritt ist die Variante mit zwei Führungsschienen und zwei Kontaktschienen. Doppelte Haltbarkeit!
VCA-Fader mit Voltage Controlled Amplifiers regeln nicht mehr die Lautstärke selbst, sondern eine Hilfsspannung, was Knacken bei älteren Fadern ausschließt. Magnetfader Hier wird die Position durch ein Magnetfeld ermittelt. Diese Fader sind durch die nicht vorhandene Reibung nicht nur abnutzungsfrei, selbst starke Verunreinigungen stören nicht.
Digitalfader Minimaler Verschleiß, da Position digital ermittelt wird. Keine Störgeräusche, das das Steuerungssignal nicht über die Faderbauteile geleitet wird. Die Zukunft.
Die Reverse-Funktion kommt aus der Turntablism-Szene. Die Richtung des Faders wird hiermit umgekehrt, was für DJs den Bewegungsablauf gewisser Scratchtechniken leichter macht.
Die Fader-Curve Das Öffnungsverhalten des Faders kann dem eigenem Mixingstyle angepasst werden. Die Verlaufskurve kann zwischen "sanftem Überblenden" und "hartem Cutten" eingestellt werden. Dank digitaler Technologie können bei einigen Pulten die Ein- und Ausblendzeiten millisekundengenau eingestellt werden.
Der Fader-Widerstand kann bei neuartigen Mixern an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden, um das optimale Fadergefühl zu erreichen.
Die Phono/Line-Schalter werden häufig als Crossfaderersatz zum sofortigen Ein- und Ausfaden des Signals benutzt, um Scratchtechniken noch genauer zu steuern.
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Klangkunde
Kontrolle ist gut, ein guter Klang ist besser. Dafür bieten verschiedene Mixer unterschiedliche Hilfen:
Der Gain-Regler wird zum Angleichen der Eingangslautstärke gebraucht, da verschiedene Tonträger unterschiedlich laut sind. Die Equalizer verstärken oder unterdrücken die Frequenzbereiche der Kanäle einem bestimmten Dezibelbereich.
Die Kill-Einheit schaltet Frequenzbereiche per Kippschalter oder Druckknopf sofort ab. Dadurch kann unabhängig vom Equalizer gearbeitet werden. Die Balanceregelung bestimmt das Links/Rechts-Verhältnis des Sounds.
Die Aussteuerungs-LED mahnt den Übersteuerungsbereich des Mixers an. Bei einigen Pulten haben sogar die Einzelkanäle diese Anzeige.
Die Cue-Funktionen sind zuständig für das Vorhören der Tracks und für das Überwachen des Mixes. Im Cue-Mix kann der geplante Mix zweier Stücke im Headphone angetestet werden.
Digitale Signalverarbeitung mit 24 Bit/96 kHz bietet eine hochqualitative Klangwiedergabe ohne Störgeräusche, auch wenn die analoge Klangwärme und -dynamik dadurch verloren geht. Viele Parameter sind oft auch individuell einstellbar.
Peripherie-Vernetzung
Ein Mischpult ist immer Bestandteil einer umfassenden Peripherie. Besonders die Einbindung in ein digitales Gesamtsetup eröffnet ungeahnte Möglichkeiten.
Die Master 2-, Booth- oder Monitor-Ausgänge sind die Bezeichnungen für den zweiten Masterausgang, mit dem eine zweite Anlage unabhängig von der Hauptanlage regelbar gemacht wird.
Die Ausgangsarten gibt es als Cinch-Ausführung, als Klinken- oder als XLR-Version, wobei die Kabeldicke und somit auch die Signalübertragung auf längere Distanz den Unterschied ausmacht.
Der Record-Ausgang für Aufnahmen aller Art läuft unabhängig von der Master- und Boothlautstärke immer gleich laut.
Die Ein- und Ausgänge für Effekte werden auch Send/Return genannt, weil zum einen das Audiosignal ausgegeben wird, um Effekte darüber zulegen oder Sounds auf dem Sampler zu speichern, zum anderen wird das bearbeitete Signal wieder in den Mixer eingespeist.
MIDI-Fähigkeit bei Mixern erlaubt es, nicht nur Audio-, sondern auch MIDI-Signale zu verarbeiten. Damit kann DJ-Software oder ein Sequencer direkt vom Pult aus kontrolliert werden. Auch können einige Mixer eine MIDI-Clock-Taktung ausgeben, um die Peripherie zu synchronisieren.
Audio-Interfaces sind digitale Schnittstellen, mit ein Mixer mit dem Rechner Signale austauschen kann. Damit können einerseits Dateien von PC oder Mac in den Rechner eingespeist werden, andererseits kann das analoge Set digital aufgenommen werden. Viele setzen auf USB, FireWire ist die Alternative.
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