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ABC: TONABNEHMER

Nadel-Kurs

Welche grundlegenden Unterschiede gibt es? Was für Auswahlkriterien sind sonst noch wichtig? Was muss beim Einsatz eines Systems beachtet werden? Eine Übersicht.

SME-Bauweise: Die am stärksten verbreitete Konstruktion für Systeme. Diese Tonabnehmer können direkt, ohne den Umweg über ein Headshell, in den Tonarm eingeschraubt werden. Dadurch ist die Handhabung extrem einfach und der Austausch schnellstmöglich durchführbar - wichtige Vorraussetzungen für den professionellen Einsatz. Die Nadel der SME-Systeme ist dabei vom Hersteller optimal zum Systemträger ausgerichtet, weil der Abstand und die Position zum Tonarm fest stehend sind. Durch die größere Masse sind die SME-Systeme an sich schwerer, was sich positiv auf die Rillenführung auswirkt. Die Patentlösung für den Home- und Clubeinsatz, denn man kann praktisch nichts falsch machen. So ist auch die Klangqualität generell sehr ausgewogen und für alle Sounds empfehlenswert. Wir raten deshalb Anfängern wie Club-DJs gleichermaßen zu dieser Bauweise!

Unterdeck-Systeme: Die klassische Konstruktion eines DJ-Tonabnehmers. Hier wird die eigentliche Tonabnehmereinheit unter ein universell einsetzbares Headshell montiert, das wiederum in den Tonarm eingeschraubt wird. Headshell-Systeme können im Winkel und Abstand zum Tonarm individuell justiert werden, um eine optimale Anpassung an den eigenen DJ-Stil zu erzielen. Der Profi kann so mit etwas Erfahrung aus einem Unterdeck-System eine bessere Rillenlage als bei einem vergleichbaren SME-System herauskitzeln - eine SME-Schablone hilft beim Finden der optimalen Einstellung. Für eine noch massivere Spurstabilität beim Scratchen kann auch noch ein Zusatzgewicht installiert werden, da der Tonabnehmer als solcher eher leicht ist. Headshell-Systeme sind also gerade für den professionellen Battle-Einsatz prädestiniert, was sich auch im Klangbild wiederspiegelt: Hohe Ausgangslautstärken und ein betonter Bassbereich sind die Regel. Für den fortgeschrittenen bis professionellen Turntablisten also erste Wahl.

Lautstärke: Tonabnehmer sind unterschiedlich laut. Der dazu angegebene Vergleichswert ist die sogenannte Ausgangsspannung. Je höher dieser Wert ist, desto lauter das System. Gerade für den Home- und Battle-Bereich empfehlen sich sehr laute Systeme, damit die Beats und Scratches klar akzentuiert und knallig rüberkommen. Steht eine fette Club-PA zur Verfügung, spielt die Ausgangslautstärke natürlich eine geringe Rolle.

Frequenzbereich: Gibt an, in welcher Bandbreite der Tonabnehmer Sounds wiedergeben kann. Im Bassbereich fangen alle Nadeln bei 20 Hertz an, gehen jedoch unterschiedlich hoch in den höheren Frequenzen. Also ein Indiz für die Brillanz, mit der eine Platte wiedergegeben wird. Klangfetischisten und Clubbetreiber sollten auf ein möglichst breites Spektrum achten.




Gewichtsbelastung:
Wie stark die Nadel durch das Tonarmgewicht belastet werden kann/darf/soll, erkennt man am Wert der Auflagekraft. Hier ist auch erkenntlich, wie robust eine Nadel ist. Zu Anfang fährt man mit der Herstellerempfehlung immer gut. Mit einiger Erfahrung kann der Wert optimiert werden: Legt man viel Wert auf guten Klang und geringen Verschleiß sollte das Gewicht eher reduziert werden, bei höheren Anforderungen an die Spurstabilität sollte die persönliche Präferenz bei mehr Belastung liegen. Eine individuelle Empfehlung gibt unsere DJ-Hotline gern ab.

Kompatibilität: Generell passt jedes System aus unserem Sortiment in jeden Plattenspieler aus dem Elevator-Angebot. Bei einem geraden Tonarm raten wir jedoch dazu, nur Unterdecksysteme mit dem passenden Headshell zum Plattenspieler zu verwenden.

Hygiene: Die fein geschliffenen Diamant-Nadeln sind sehr empfindlich für Schmutz und Staub, der sich durch das Abspielen zwangsläufig sammelt. Um den Klang und die Rillenlage deiner Systeme beizubehalten ist eine regelmäßige Reinigung sowohl der Nadeln als auch der Schallplatten notwenig. Achtung: Die Nadel niemals mit dem Finger berühren (Fett!), sondern nur spezielle Reinigungs-Utensilien benutzen!

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen sphärischem und elliptischem Nadelschliff?

Sphärischer Nadelschliff:  Allgemein für den DJ-Gebrauch anzuraten, da eine sehr gute Rillenlage ideal für Scratching, Backcueing  und Backspinning ist. Neben der griffigeren Nadelform ist die harte Aufhängung der Grund dafür. Der sphärische Schliff ist auch in Sachen Plattenverschleiß optimaler, da die Nadel zwar tief in die Rille greift, aber eine geringere Fläche abtastet. So wird weniger Vinyl abgehobelt. Der Klang ist dementsprechend etwas "dünn", da nicht die volle Information aus der Rille abgelesen wird. Trotzdem kann ein sphärisches System sehr basslastig konzipiert sein - leichte Schwächen zeigen sich eher im Mittel- bis Hochtonbereich. Der sphärische Schliff ist weniger aufwendig, sprich: günstiger herzustellen. Generell empfehlen wir also unserer mixenden wie scratchenden Kundschaft diesen Schliff!

Elliptischer Nadelschliff: Ist genau dann richtig, wenn es auf den überragenden Klang ankommt. Die Klangbrillanz ist bei diesem Schliff über den gesamten Frequenzbereich überzeugend, weil die Nadel zum einen weicher aufgehängt ist und zum anderen eine breitere Fläche in der Tonrille abtastet; so wird ein Maximum an Informationen aufgenommen. Der Klang einer guten elliptischen Nadel ist im Club noch nicht einmal mit digitalen Medien zu vergleichen, da das Vinyl wärmer und druckvoller klingt. Die Kehrseite der Medaille ist eine höhere Abnutzung der Schallplatten und verminderte Scratchtauglichkeit durch geringeren Rillenhalt. Aus dem aufwendigeren Schleifprozess resultiert auch ein höherer Preis für elliptische Nadeln. Clubbetreiber, Radiostationen und HiFi-Liebhaber liegen mit diesem Schliff genau richtig.


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