Interview April 2017

Daniel Dugan

Hallo Daniel Dugan! Deine Mixes und vor allem deine Produktionen strotzen vor Energie und reißen einen förmlich mit, daher bist du zu Recht Artist of the Month bei uns geworden! Für alle die dich nicht kennen, stell dich doch kurz einmal vor.

Hi Elevator, ich möchte mich zunächst bei euch für den Titel Artist of the Month April 2017 bedanken. Ich fühle mich wirklich sehr geehrt von euch ausgewählt zu sein, denn durch euch nahm alles seinen Lauf. Für alle die mich nicht kennen, ich heiße bürgerlich Daniel Himmel und bin 33 Jahre jung. Ich wohne in der Kleinstadt Gronau an der holländischen Grenze. Musikalisch war ich schon mit zarten zehn Jahren auf der Blockflöte und einem YAMAHA Keyboard aktiv, was aber weniger mit der Musik zu tun hatte wie ich sie heute spiele. Elektronische Musik, insbesondere die Housemusik hat mir sehr früh meinen Lebensweg gestrickt. Im Jahre 2001 kam dann mein erstes DJ Set aus dem Hause Elevator. Daran werde ich mich immer erinnern: Als meine zwei direktangetriebenen Reloop Turntables mit dem dazugehörigen Reloop Effex Mixer ankamen. Es ging nicht schnell genug alles auszupacken und anzuschließen um zu experimentieren. Da war es um mich geschehen! Nach kurzer Zeit lernte ich den damaligen Veranstalter kennen, der die Housepartys im Kaleidoskop Gronau machte. Ich durfte mich persönlich bei Ihm vorstellen und wir saßen kopfnickend in seinem Wohnzimmer und lauschten konzetriert meinem ersten Demo Mixtape. (Damals noch mit Tape Deck.) Dies war mein Start als Resident und in das damals noch unbekannte Nachtleben eines DJs.

Deine Musik hat neben den treibenden Rythmen auch immer sehr tiefe, fast schon entspannende Elemente, in denen man sich schnell verlieren kann. (Bei uns im Büro wird sie gern als Arbeitsmusik benutzt.) Wie passt das für dich zusammen? Sind das nicht eigentlich sehr gegensätzliche Elemente?

Ja genau! Das ist ja genau das was ich mit meiner Musik bewirken möchte. Sie soll den Menschen beim Hören Spaß machen. Mit deepen Elementen und treibenden Beats soll es emotional und tanzbar sein. So spiegele ich mich wieder, ich selbst bin ein sehr emotionaler und ruhiger Typ, der aber schon auch bisschen Action braucht. Ich möchte eigentlich nur meine Freude und Liebe zur Musik darstellen und es mit euch teilen.

Deine Produktionen findet man auf Souncloud, aber sicherlich auch auf vielen anderen Plattformen. Was würdest du sagen ist die größte Schwierigkeit bei der Veröffentlichung neuer Tracks?

Genau! Ich bin fast auf jeder Plattform zu finden wo es um elektronische Tanzmusik geht. Das Schwierigste für mich persönlich ist es, die passenden Leute zum passendem Zeitpunkt zu erwischen damit diese auch sehen, dass es etwas neues von mir gibt. Denn ich möchte nicht durch nervige Posts oder Ähnliches auffallen. Ich halte mich eher im Hintergrund, was aber nicht unbedingt förderlich ist um weiter zu kommen.

Was war dein bisher größter Erfolg und wo siehst du dich in einem Jahr?

Mein größter persönlicher Erfolg war eine Promo Aktion für einen Track den ich selber produziert habe. Ich habe den Track, wie so oft, über Facebook geteilt und auf Feedbacks gewartet. Dann der Moment: Ein jetzt mittlerweile guter Freund und auch bekannter DJ und Produzent aus Göttingen hörte meinen Track und fand den so super, dass er einen Remix daraus machte den wir jetzt versuchen bei einem Label zu veröffentlichen. Sobald die Veröffentlich kommt erfahrt Ihr es natürlich! Natürlich ist eigentlich alles was ich bis jetzt erreicht habe ein persönlicher Erfolg, aber ich weiß es geht noch mehr! Mein Ziel in diesem Jahr ist es meine erste VÖ auf einem Label rauszubringen. Zudem würde mich noch mehr freuen, wenn ich der Artist of the Year werde und somit ein weiteres Sprungbrett habe, um mehr Menschen mit meiner Musik zu erreichen.

Oft hat man zu der ein oder anderen Produktion/Party eine lustige oder interessante Geschichte zu erzählen. Erzähl uns deine Lieblingsanekdoten!

Oh ja, wer hat sowas nicht? Ich erinnere mich noch an die Party in Brandenburg an der Havel. Das war der mega Abriss! Damals habe ich den Gig durch einen damals guten Freund bekommen der in Brandenburg lebte. Schon der Gedanke daran, dass ich in so weiter ferne einen Gig bekommen habe, machte mich mega stolz. Wir liehen uns mit mehreren Kollegen eine dicke Karre aus und fuhren damals mit null Erwartungen nach Brandenburg. Wir kamen gegen ca. null Uhr an einem kleinem, leicht runtergekommenen Club an. Ich wollte es kaum glauben wieviele Leute da waren und vor der Tür standen. Wir kamen also mit der Karre an und stiegen aus. Nur mussten wir an den wartenden Leuten vorbei, da es keinen Hintereingang gab. Wir dann rein mit großem Tralala und ab zu den Turnies, erste Platte drauf, Intro eingespielt und was dann ab ging habe ich noch nie erlebt. Die Party Crowd drengte sich in den Laden. Ich sah nur noch Köpfe. Alle direkt vor mir am tanzen, schreien und am abgehen. Ich spielte ca 3 Stunden und trank neben bei ein paar Shots und was man halt so von Kollegen und Gästen bekam. Auf einmal kam dann knallartig ein Bäng in meinem Kopf und ich wusste nicht mehr wo unten oder oben ist. Ich legte meine Kopfhörer weg und sagte dem DJ der nach mir spielen sollte, dass ich nur auf Klo muss. Hm tja... Ich dann losgelaufen durch den mega vollen Laden um die Toilette zu suchen. Toilette gefunden, und erleichtert wollte ich zurück zu dem DJ Pult torkeln, sah aber eine schöne ruhige Ecke, wo ich mir dachte hier trinkst dir jetzt in Ruhe ein Glas Wasser um wieder fit zu werden. Zack war ich weg, im Land der Träume... Dann so um ca. acht Uhr morgens wurde ich wach und bemerkte: „Oh Sh**!", du musstest eigentlich noch spielen und wunderte mich warum es so ruhig war. Ich ging dann wieder hoch um zu schauen was da los ist und siehe da, der Laden war leer. Nur die Putzfrauen und ich da. Kollegen verschwunden, Auto weg und ich stand da ganz alleine in Brandenburg und wusste nicht wohin. Zum Glück habe ich aber meine Leute erreichen können, die irgendwo auf einer After Hour saßen und mich nach großer Nachfrage, wo ich denn plötzlich war, wieder einsammelten. Leider konnte ich die Frage selbst kaum beantworten. Dies war auch leider mein letzter Gig in Brandenburg, was ich wirklich schade fand und es mir bis heute Leid tut. Sowas kommt ganz bestimmt nie wieder vor!

Du legst auch auf und hast als DJ schon in einigen Clubs gespielt. Testest du deine Produktionen auch dort auf den Partys? Wie beeinflusst das Auflegen der Musik deine Herangehensweise an die Produktion von Tracks?

Leider bin ich nicht mehr so oft in Clubs unterwegs wie damals, was aber auch daran liegt, dass ich zwei Kinder habe und nicht mehr die Zeit wie damals habe um mich intensiver um Auftritte zu kümmern. Trozdem bleibe ich am Ball auch wenn es nicht so intensiv ist wie ich es gerne hätte, aber ich mache alles ganz alleine von Promo bis Layout Erstellung, Mix für verschiedene Podcast Reihen und dazu noch eigene Produktionen und Remixe. Da ich ja erst seit ca. vier Jahren produziere hatte ich noch nicht den Mut meine eigenen Sachen im Club zu testen. Aber mittlerweile fühle ich mich stark genug und werde so manch eigene Produktion oder den ein oder anderen Remix bei meinem nächsten Gig in Wuppertal antesten!

Hardware ist ein großes Thema bei DJs und Producern. Was steht bei dir im Schrank und worauf schwörst du? Wenn du dir ein Gerät aussuchen dürftest, unabhängig vom Geld, welches wäre das?

Heutzutage wirst du echt überschwämmt mit Hardware und Tools. Was es damals noch nicht so in diesem Umfang gab. Natürlich stehe ich eher auf analogen Sound, da mir diese digitalen Geräte sehr oft Kopfschmerzen bereiten mit den ganzen Voreinstellungen am Rechner. Aber trotzdem nutze ich natürlich auch digitales Equipment wie den AKAI APC, den ich persönlich richtig klasse finde. Als Mixeinheit oder auch als Liveset-Einheit im Zusammenspiel mit der Native Instruments Maschine. Ein ganz besonderes Highlight was mir noch fehlt wäre der MOOG Sub Phatty und ein Arturia Miniak Synth Keyboard. Damit man ein noch breiteres Spektrum an Möglichkeiten hat.

Woher kennst du den Elevator und was verbindest du damit?

Den Elevator Store kenne ich schon seitdem Ihr noch im alten Güterbahnhof in Münster wart. Dort habe ich im Jahr 2001, wie bereits berichtet, mein erstes DJ Set gekauft und seitdem war Elevator immer mein Begleiter und Ansprechpartner für Gerätschaften aller Art. Ihr seid für mich die Nummer Eins in Sachen Equipment und Zubehör. Was sich auch nicht so schnell ändern wird.

Danke für das schöne Interview und viel Erfolg wünscht dir dein Elevator Team!

Ich habe zu danken und freue mich wirklich sehr über dieses Interview mit euch und für euch.
Liebe Grüße, euer Daniel Dugan!

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