Interview Mai 2018

Daniel Dugan

Hallo Daniel Dugan! Glückwunsch zum Artist of the Month im Mai. In deinen Sets repräsentierst du zwischen Tech- und Deephouse all das, was man eine runde Auswahl nennt. Für alle die dich noch nicht kennen, stell dich doch kurz mal vor.

Hey, erstmal möchte ich mich für die erneute Nominierung bedanken und das ich zum zweiten Mal in Folge dabei bin. Freue mich riesig! Jetzt mal etwas zu meiner Person: Ich bin mittlerweile 34 Jahre alt und kam 1989 als gebürtiger Pole aus Gorzow, in der Nähe von Berlin, mit meiner Mutter und meinen zwei Geschwistern nach Deutschland. Von da an fing für mich ein anderes Leben an und dank meiner Mutter kam auch der erste Kontakt mit Musik zustande. Mit zarten zehn Jahren spielte ich meine ersten Instrumente. Somit ebnete sich mein musikalischer Weg sehr früh.

Jeder fängt mal klein an. Wie bist du zum DJing und Produzieren gekommen?

Zum DJing bin ich durch einen wirklich dummen, bzw. für manche sich komisch anhörenden, Zufall gekommen. Wie schon erwähnt habe ich Instrumente gespielt, hatte damals aber weniger mit elektronischer, bzw. Techno/House Musik, zu tun. Mir hat es damals einfach nur Spaß gemacht Lieder nachspielen zu können. Mit ca. 18 Jahren fragten mich damals gute Freunde, ob ich nicht auf die Loveparade nach Berlin mitkommen wollen würde, das war im Jahr 2001. So neugierig wie man natürlich als Musikliebhaber ist, beneinte ich das natürlich nicht! Und ab gings nach Berlin... Wow, war das ein Erlebnis! Der erste richtige Kontakt mit so einer feiernden Meute. Aber nicht nur damit: Ich sah was man alles mit zwei Plattenspielern und einem Mixer anstellen konnte. Somit sparte ich für mein erstes DJ Set und hatte es gleich wenige Monate später. Nach intensiver Selbstfindungsphase und unzähligen schlaflosen Nächten an den Plattenspielern hatte ich ziemlich schnell das Gefühl, dass es passt. Natürlich war ich seit der Loveparade 2001 in Berlin mit Techno, bzw. House, infiziert und war auf vielen Partys in Münster, Düsseldorf und Umgebung unterwegs, wo ich auch viele Leute kennenlernte. Durch den Freund eines Freundes habe ich auch meinen ersten Auftritt und später einen „Resident“-Job bekommen. Am Produzieren hatte ich schon immer Interesse, aber habe mich bis vor ca. zwei bis drei Jahren fast gar nicht damit auseinander gesetzt, bis ich anfing mir mein eigenes Equipment zum Produzieren zu kaufen.

Wie findest du die Zeit, in all dem Alltagsstress, neue Musik zu produzieren? Planst du deine Sessions oder entsteht alles aus dem Moment?

Wenn man es genauer betrachtet habe ich kaum Zeit dafür. Dennoch gebe ich es nicht auf, denn es ist ein Teil meines Lebens geworden, was sich auch nicht so schnell ändern wird. Ich hoffe, dass ich mit meinen Sets und Produktionen den Zuhörern das vermitteln kann, was ich mitteilen möchte. Denn ich sehe meine Sets und Produktionen als eine Art Geschichte, die ich erzählen möchte. Natürlich höre ich in die Scheiben rein, die ich spiele bzw. spielen möchte, aber das Set ensteht dann aus dem Moment heraus.

Welches Equipment nutzt du für deine eigens produzierten Tracks und was würdest du gerne noch in deinem Studio integrieren?

Da sich der Markt ja sehr digigtalisiert hat, arbeite ich mit Programmen wie Ableton, Fruity Loops und Controllern von Akai APC, Native Instruments Maschine und Arturia MiniLab. Eigentlich alles was man braucht, doch als Musik-Nerd will man ja immer mehr haben und somit könnte ich hier ein Buch schreiben.

Du bist in verschiedenen Clubs unterwegs. Zuletzt warst du auch in Münster im relativ neu entstandenen „Herzschlag“ als Act zu Gast. Bereitest du dich auf die einzelnen Clubs vor oder spielst du das, was dir die Woche am meisten gefallen hat?

Natürlich gibt es Auftritte auf die ich mich intensiv vorbereite. Ich möchte aber keine Hitschlampe sein, denn das hat für mich nichts mit der DJ Szene zu tun. Denn jeder sogennante DJ kann ein Set voll mit Hits packen und so natürlich seinen Fame erreichen. Doch genau davon möchte ich Abstand nehmen. Ich spiele nach Gefühl und versuche bei langen Sets eine gewisse Harmonie zu halten.

Wie kam der Kontakt zustande und was verbindest du mit der Stadt Münster?

Wie bereits erwähnt habe ich durch das jahrelange DJ-Dasein und Gefeiere sehr viele Menschen kennengelernt und viele Kontakte geknüpft. Durch einen DJ Kollegen habe ich dann auch dort spielen können. Zu Münster habe ich schon immer nur positive Bezüge, denn eigentlich wurde mir hier durch die Bekanntschaften sehr viel ermöglicht. Seit Kurzem wohne ich auch hier, was mich sehr freut.

Aktuell gibt es einen Trend Richtung Funk/Groove House. Versuchst du den Trends gerecht zu werden oder beeinflusst dich so etwas nicht?

Meine ersten DJ Sets bestanden aus Funky House, Disco House und French House. Damals war es sehr angesagt, was sich ja leider geändert hat. Mittlerweile aber, wie du ja schon sagst, sieht man einen zurückkommenden Trend. Ich selbst habe auch schon mal wieder auf einer reinen Funky House Party gespielt. Natürlich macht es auch Spaß, die alten Scheiben zu spielen und alte Erinnerungen wach werden zu lassen. Mittlerweile spiele ich aber viel lieber aktuellere Scheiben. Damit identifiziere ich mich einfach mehr.

Woher kennst du den Elevator und was verbindest du damit?

Elevator? Da habe ich mir damals mein erstes DJ Set im Wert von 1500 DM gekauft. Eigentlich wart ihr die, die es mir erst ermöglicht habt. Seitdem gibt es keinen Weg an euch vorbei. Ihr seid mein Equipment Dealer. (lacht)

Danke für das schöne Interview und viel Erfolg wünscht dir dein Elevator Team.

Liebend gerne! Ich fühle mich geehrt, dass ich wieder dabei sein darf und bedanke mich nochmals für die Nominierung und hoffe Artist of the Year zu werden. Danke!

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