Interview Dezember 2015

Funky Diva

Hallo Dörte! Sowohl Dein Techno als auch dein Funky House Style haben uns in den letzten Wochen durch unseren Büroalltag gerettet. Stell dich doch kurz einmal vor, für alle die dich noch nicht kennen!

Im richtigen Leben heiße ich Dörte Werner und bin ein Nordlicht aus Oldenburg. Unter dem Namen Funky Diva spiele ich Disco-/Funky-/Vocalhouse (und ein wenig Tech House) und unter dem Namen Diva!noize gibt es recht straighten Techno mit Tendenz zu Hardtechno von mir zu hören.

Als Funky Diva hast du dir Disco-House zu deinem Steckenpferd gemacht, was uns sehr gefreut hat, da man diesen Sound nur noch selten auf die Ohren bekommt. Wo hattest du Deine erste Berührung mit diesem Genre und wie kam es dazu, dass Du dem Ruf des Funk weiter gefolgt bist?

Das muss wohl damit zu tun haben, dass meine Eltern viel Musik aus den 70ern gehört haben, zum Beispiel Boney M. Das hat sich wohl irgendwie auf mich übertragen und ist hängen geblieben – lach! Als ich mich dann näher mit dem DJing befasst habe, musste ich also gar nicht groß überlegen, für welche Musikrichtung ich mich entscheide.

Zwischen dem harten Techno, den du als Diva!noize auflegst und deinem Housestyle besteht ja ein riesen Unterschied. Hattest du schon immer ein Faible für die härteren Klänge? Wie bist du zu diesem Sound gekommen?

Zu Anfang habe ich neben Disco-/Funky-/Vocalhouse auch noch Progressive House gespielt aber diese Musikrichtung gefiel mir eines Tages nicht mehr und so habe ich mich in den anderen Genres umgehört und bin bei härterem Techno hängen geblieben. Ich mochte die härteren Klänge schon immer gerne aber ich habe doch eher dazu getanzt (Sven Väth!) als sie selber zu spielen.

Du hast dich irgendwann dazu entschieden, deine Sets um eigene Tracks und Edits zu erweitern. Erinnerst du dich an deine ersten Produktionen? Hattest du Hilfe oder hast du auf eigene Faust gelernt und wie war das für dich?

Oh ja, ich erinnere mich genau an meine erste Produktion! Ich habe mir die Rechte samt Originalspuren vom Song Dreiklangsdimensionen von der Band Rheingold besorgt. Das ist Anfang der 80'er ein Hit der Neuen Deutschen Welle gewesen. Zusammen mit meinem Produktionslehrer Frank Koopmann, Inhaber der Modern Music School/Vibra School of DJing Bremen, haben wir davon einen Remix gemacht und auch veröffentlicht. Mit Frank zusammen habe ich dann noch mit einem anderen Song den 2. Platz beim Evoque Range Rover Musikcontest gemacht und mit einem dritten Song einen Remix Contest gewonnen. Grade zu Anfang war Frank oft eine große Hilfe wenn Fragen aufkamen. Ich habe mich aber vor über einem Jahr von seinem Rockzipfel gelöst und produziere nun alleine. So habe ich im August einen weiteren Remix Contest gewonnen und ein Housesong wird im Januar veröffentlicht. Eine weitere Produktion ist fast fertig und wird auf meinem eigenen Label Social Beats veröffentlicht, welches ich grade gegründet habe.

Oft hat man zu der ein oder anderen Produktion oder Party eine lustige oder interessante Geschichte zu erzählen. Erzähl uns deine Lieblingsanekdote!

Ich hatte einen Gig auf der MS Stubnitz, das ist ein altes und sehr großes Kühlschiff der DDR Hochsee-Fischfangflotte. Mein Equipment hatte ich schon früh aufgebaut und danach bin ich erstmal durch die verschiedenen Decks getiegert. Ich hatte ein paar Freunde mit, die ich aber verloren hatte und ich selber habe mich auf dem Kahn komplett verirrt. Erst ganz kurz vor meinem Auftritt habe ich geschnallt wo ich lang muss und kam natürlich dementsprechend aufgelöst am DJ Pult an!

Ohne die passende Hardware kommt man heutzutage beim Produzieren nicht aus. Auf was schwörst du bei deinen Produktionen und wieso?

Ich liebe meinen 27 Zoll Imac und um meine lieben Nachbarn nicht zu doll zu nerven, setze ich auch gerne mal meinen Audio Technica ATH-M50 X auf. Und mein Novation Keyboard gebe ich auch nicht mehr her!

Du durftest in deiner Laufbahn schon neben einigen Szenegößen auflegen. Welche waren das und wie war es für dich, die Decks mit solchen Djs zu teilen?

Das waren unter anderem Nico Pusch, Frank Kvitta, Angy Kore und Felix Kröcher. Der Gig mit Felix Kröcher war erst vor kurzem und der Typ war so unfucking-fassbar nett, davon sollten sich mal einige DJ Kollegen eine Scheibe abschneiden. Einer von den eben genannten DJs hat nämlich seinen Mund überhaupt nicht aufbekommen :-)

Woher kennst du den Elevator und was verbindest du damit?

Den Elevator kenne ich schon gefühlte hundert Jahre glaube ich. Das liegt daran, dass ich vor meiner DJ Laufbahn schon privat mit sehr vielen DJs zu tun hatte und der Katalog lag natürlich immer bei denen rum. Ich stürze mich auf jeden Fall immer wie ein Geier auf ihn wenn er neu rauskommt!

Zuletzt möchte ich auf Grund des nahenden Weihnachtsfestes fragen, was du dir unter deinem Weihnachtsbaum wünscht!?

Für meine Freunde und Familie viel Glück und Gesundheit und für mich, dass es nächstes Jahr musikalisch noch besser läuft als in diesem Jahr.

Danke für das schöne Interview und viel Erfolg wünscht dir dein Elevator Team!

Vielen Dank liebes Elevator Team, dass ihr mich zum Artist of the Month gewählt habt!

© 2017 Elevator