Interview März 2016

Maik Slotosch

Hallo Maik! Erstmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Sieg beim Artist of the Month. Wir kennen dich ja schon durch deine DJ-Skills bei unseren Aktionstagen im DJ-Store aber für die Anderen - stell dich doch einmal kurz vor.

Danke. Ich freue mich wirklich riesig. Mein Name ist Maik Slotosch-Kemper, wohne in Münster, bin irgendetwas um die 37 Jahre alt, verheiratet und stolzer Vater. Meine „DJ Karriere“ begann recht spät, was ich in der Nachbetrachtung etwas bereue, aber besser spät als nie. Im Grunde bestand schon immer eine ausgeprägte Liebe zur Musik. In meiner Jugend war es eher AC/DC und in zu meiner Club-/Discopeaktime Grunge und Alternative. Ich habe auch mal aktiv in einer Band als Gitarrist gespielt. Eine Grundmusikalität war also schon immer vorhanden. Später erfolgte dann der Wechsel in das elektronische Lager. Im Mittelpunt standen Lounge, Chill Out und Drum ´n Bass (LTJ Bukem und alles vom Label „Good Looking Records”).
Die Möglichkeit, dieses Interesse in einem Hobby auszuweiten, ergab sich erst viel später. Vor ca. 10 Jahren bekam ich die Chance, in das DJ-Gewerbe eines Freundes hineinzuwachsen. Seit diesem Moment lässt mich dieses Hobby nicht mehr los. In der Ausübung des Nebengewerbes bin ich schnell auf Grenzen bezüglich meiner technischen Fähigkeiten gestoßen bzw. habe gemerkt, dass ich mehr können möchte, als auf „Play“ und „CUE“ zu drücken. Dieses hat den Anstoß dazu gegeben, intensiver in die Materie abzutauchen und mir auch bei Freunden Tipps und Anregungen zu holen. Übung in jeder freien Minute war selbstverständlich auch ein Hauptbestandteil.
Heute kann ich von mir behaupten, dass ich einen Level erreicht habe, der mich selber ein wenig stolz macht. Im Grunde schlagen 2 Herzen in meiner Brust. Das eine ist die Tätigkeit als Hochzeits- und Event-DJ und das andere ist die Leidenschaft für das Mixing von Deep House und Tech House Klängen. Dass ich schließlich bei den Musikrichtungen gelandet bin ist übrigens das Ergebnis eines entsprechenden Findungsprozesses der über Jackin´ House und Funky House verlief.

Was ist dein persönlich größter Erfolg – was macht dich stolz an deiner Arbeit?

Schwierig zu sagen. Dass ich „Artist oft the month” geworden bin ist für mich schon ein großer Erfolg. Etwas zu kreieren, an dem sich andere erfreuen ist ein tolles Gefühl. Mit dem „Gewinnermix“ habe ich offensichtlich bei der Jury etwas bewegt, was vielleicht andere Mixe nicht geschafft haben. Das ist ein ziemlicher Hammer. Meine Mixe lade ich bevorzugt auf Soundcloud hoch. Da ich über den Pro-Zugang verfüge, wird mir angezeigt, an welchen Orten der Welt der Mix gehört wurde. Ist schon irre, wenn da Bangladesch oder Peru steht.
Stolz macht mich, wenn es mir in einem Mix oder beim freien Daddeln im Keller gelingt, zwei Tracks harmonisch ineinander fließen zu lassen. Absolute Gänsehautmomente bestehen für mich daraus, dass sich dabei auch Bass- oder Vocallinien gegenseitig positiv beeinflussen. Stolz macht mich auch, dass ich in relativ kurzer Zeit (in meinen Augen) so weit gekommen bin.

Du hast über die Zeit eine große Menge an Mixtapes angesammelt. Was ist dein bestes Werk?

Ich denke, dass der letzte Output, mit dem ich hier auch angetreten bin sehr rund und harmonisch klingt. Wenn man sich die Mixe chronologisch anhört, sind immer wieder Verbesserungen zu hören. Ich verwende häufiger Loops und lasse Melodien oder Basslinien ineinanderfließen. Daher würde ich den letzten Mix schon als mein bestes Werk bezeichnen. Aber das wird auch nicht das letzte Werk sein.

Meist entsteht schnell ein ganzer Fuhrpark an Geräten, wenn man eine Weile dabei ist. An welchen Geräten übst du dein Handwerk aus?

Wenn mir die Frage in einem sozialen Netzwerk, wohlmöglich noch in einer DJ Gruppe gestellt werden würde, wäre es Zeit, schon einmal das Popcorn zu holen. Nun aber zum Equipment. Ich benutze einen Denon MC 4000, zwei Reloop Wave 5, Traktor Pro, Mixed in Key und einen älteren Laptop, dem ich mit einer SSD Festplatte ein Upgrade verpasst habe. Bisher läuft damit alles stabil.
Natürlich interessiere ich mich auch für anderes Equipment und stehe mit großen Augen vor der Pioneer Auslage. Aktuell interessiert mich auch der Denon MCX 8000. Aber ich muss halt pragmatisch denken. Da ich bisher noch nicht im Clubbereich auflege, lohnen sich solche Anschaffungen vorerst sicher nicht. Kürzlich war jemand sehr überrascht, als er erfuhr, dass meine Mixe mit diesem Equipment entstehen. Der beste DJ ist halt immer noch der DJ, der den meisten Spaß hat und vermittelt.

Du arbeitest unter deinem Pseudnonym “DJ Maik” auch als Hochzeits und Event-DJ, wie ist deine Meinung dazu DJing auch als Dienstleistung anzubieten?

Im Grunde ist es auch im Clubbereich immer eine Dienstleistung, die erbracht wird. Es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Beide Tätigkeiten basieren auf der Liebe zur Musik und der Freude daran, anderen Menschen einen schönen Abend zu gestalten. In beiden Bereichen ist Kreativität gefragt. Allerdings würde sich in einem Club beispielsweise niemand „Atemlos“ wünschen und die technischen Skills stehen etwas mehr im Mittelpunkt. Dafür ist man als Hochzeits- und Event-DJ meines Erachtens nach häufiger näher an den Gästen dran und es entsteht eine Art Interaktion und eine gemeinsame musikalische Gestaltung des Abends. Die Gäste wünschen sich etwas und man reichert das an mit der eigenen Kreativität.
Meine technischen Fortschritte und mein technisches Vermögen sind auch als „DJ Maik“ sehr hilfreich und führen dazu, dass man zu hören bekommt, dass die Gäste so etwas in der Art noch nicht erlebt haben. Ich glaube, dass den Gästen vielfach der Unterschied auch erst dann bewusst wird, wenn sie später einen Vergleich erleben. Natürlich wäre es richtig nice, in einem Club meiner Leidenschaft für Deep Hose und Tech House freien Lauf zu lassen. Einfach den eigenen Stil präsentieren. So, wie es bei den Aktionstagen im Elevator Store auch der Fall war.

Digital oder Analog? (Platten drehen oder Knöpfe drücken?)

Um mal TOCOTRONIC zu zitieren: „Digital ist besser“. Nein, da ich erst relativ spät eingestiegen bin, war für mich der digitale Weg besser geeignet, um schnell zu Erfolgen zu gelangen. Als Familienvater und mit einem Vollzeitjob kannst du nicht Abende und Wochenenden im Keller verbringen. Ich habe großen Respekt vor DJs, die mit Vinyl auflegen und dabei das Beatmatching ausschließlich über das Gehör betrieben wird. Im Gegensatz dazu finde ich die Idee, dass man ein besserer DJ ist, nur weil man CDJs von Pioneer bedienen kann, etwas kurz gefasst. Mein persönlich nächster Entwicklungsschritt wäre, mich etwas vom SYNC Button zu entfernen. Dieser hatte für mich bisher den Vorteil, mich ganz auf die Musik und das Mixing konzentrieren zu können.

Woher kennst du den Elevator?

Elevator würde ich schon als die Referenz im Bereich Digital-DJ und darüber hinaus bezeichnen. Daher stolpert man früher oder später über euch. By the way: Top Auswahl und Beratung.

Zuletzt möchte ich wissen was du dir in Zukunft von deiner DJ Karriere wünscht (Sowohl als Hochzeits wie auch als Club DJ)?

„Glück ist, wenn der Bass einsetzt.“ Fangen wir daher mal mit dem Bereich Club DJ an. Ich würde tatsächlich gerne mal im Club spielen und dabei meine Stilrichtung den Gästen präsentieren. Auch als Event DJ kann ich elektronische Musik unterbringen, aber das begrenzt sich selbstverständlich auf den Chartsbereich. Ich wäre gerne einmal losgelöst von den Begrenzungen, die die Charts oder Wünsche der Gäste vorgeben. Es wäre fantastisch zu sehen, wenn meine Musikauswahl / Stilrichtung Menschen in Bewegung versetzt.
Im Bereich Event DJ habe ich aus meiner Sicht ziemlich viel erreicht. Die Gäste und Gastgeber feiern meine Anwesenheit und es entstehen viele richtig amtliche Abende und Nächte. Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn Rückmeldungen so positiv verlaufen. Auf der Startseite meiner Homepage ist folgendes zu lesen: „DJ Maik - Die Partyreferenz in Münster.“ Das trifft es als aktuelles und zukünftiges Ziel ganz gut. Wer Interesse hat, kann gerne mal hier dj-muenster.net oder hier facebook.com/muensterdj vorbeischauen.

Danke für das schöne Interview und viel Erfolg in Zukunft wünscht dir dein Elevator Team!

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