Interview Mai 2017

Nico Binder

Hallo Nico! Deine Mixes und vor allem deine Produktionen schießen einem dermaßen in die Beine, dass man quasi nicht anders kann, als zu tanzen! Für alle die dich nicht kennen, stelle dich doch kurz einmal vor.

Hallo Elevator-Team, mein Name ist Nico Binder, ich bin 27 Jahre jung und komme aus dem schönen Osnabrück. Zusammen mit meinen Kumpels betreibe ich in Osnabrück die Veranstaltungsreihe EXHALE. Mein Interesse zur Musik entdeckte ich vor etwa 10 Jahren. Seitdem setze ich mich mit der Thematik intensiv auseinander.

Der Sound den du produzierst und auflegst ist tief, druckvoll und treibend. Also perfekt für eine exzessive Clubnacht! Erlebst du diese Momente ähnlich intensiv wie die Menschen vor deinem Pult auf der Tanzfläche?

Musik ist meine Leidenschaft. Wenn ich auflege ist das Gefühl, das ich erlebe, somit entsprechend intensiv. Ein überwältigendes Gefühl ist es für mich, wenn meine Blicke durch das Publikum schweifen und ich sehe, dass meine Musik die ich spiele das Publikum genauso begeistert wie mich.

Deine Produktionen findet man auf Souncloud, aber sicherlich auch auf vielen anderen Plattformen. Was würdest du sagen ist die größte Schwierigkeit bei der Veröffentlichung neuer Tracks?

Die größte Hürde bei dem Veröffentlichen neuer Tracks ist für mich ein Projekt im Kopf abzuschließen. Die Tracks die ich produziere sind für mich genau genommen nie richtig fertig. Ich selbst bin somit der größte Kritiker meiner eigenen Tracks. Meistens bremsen meine Kollegen mich dann in meiner Euphorie so, dass ich den Track veröffentliche. (Zitat von einem Kumpel: „Sonst kommt der nie aus'm Quark!“)

Das Club-DJ Leben ist kein leichtes, dass wird oft unterschätzt. Neben dem normalen Job hat man jede Menge andere Jobs zu tun und am Wochenende geht es oft hinter die Decks anstatt auf die Couch. Leiste doch mal ein wenig Aufklärungsarbeit: Wie sieht eine typische Woche zwischen Job und Club für dich aus?

Eine typische Woche für mich ist von Montags bis Freitags meiner "normalen" Arbeit nachzugehen. Abends bin ich oft eingespannt bei der Planung unserer eigenen Veranstaltungen. Dazwischen nutze ich die Zeit zum Produzieren meiner Tracks. Die Vorarbeit in der Woche sorgt an Veranstaltungswochenenden meist für eine relativ entspannte Athmosphäre.

Oft hat man zu der ein oder anderen Produktion/Party eine lustige oder interessante Geschichte zu erzählen. Erzähl uns deine Lieblingsanekdoten!

Bei einem meiner Gigs war der Backstagebereich sozusagen im ersten Obergeschoss, der mit einer Treppe zum DJ-Booth verbunden war. Die Treppe wurde im Laufe des Abends leider mittels Bier und Schnaps unter Wasser gesetzt. Als ich dann zu meinem Gig die Treppe runter gehen wollte, bin ich ausgerutscht und wie Tony Hawk die Treppe runter gegrindet. Verletzt habe ich mich zum Glück nicht. Anschließend bin ich, als wäre nichts passiert, weiter gelaufen.

Testest du deine Produktionen auch auf Partys? Wie beeinflusst das Auflegen der Musik deine Herangehensweise an die Produktion von Tracks?

Meine Tracks spiele ich auch in meinen Sets. Im Club achte ich auf die Reaktionen des Publikums, sowie auf technische Details wie z.B. das Abmischverhältnis des Masterings. Die gewonnenen Kenntnisse nehme ich anschließend mit in mein Studio und versuche diese in meinen Produktionen zu verarbeiten.

Hardware ist ein großes Thema bei DJs und Producern. Was steht bei dir im Schrank und worauf schwörst du? Wenn du dir ein Gerät aussuchen dürftest, unabhängig vom Geld, welches wäre das?

Zum Auflegen besitze ich Technics 1210er, einen DJM sowie CDJs. Allerdings lege ich Zuhause nur noch sehr selten auf. In meinem kleinen Studio habe ich Ableton als DAW. Dazu gesellen sich ein Arturia Beatstep Pro, sowie der Ableton Push. Gerade der Push in Verbindung mit Ableton ist für mich unabdingbar geworden. Zur Zeit finde ich analoge Hardware im Studio sehr interessant. Ich mag es wenn man die Musik, die man produziert, noch "berühren" kann. Damit meine ich z.B. dedizierte Knöpfe auf den Geräten die zum Bedienen der einzelnen Funktionen dienen. Der Novation Peak hat mich in den letzten Wochen sehr begeistert. Ich hoffe ich kann den Peak bald bei euch im Store in Münster antesten.

Woher kennst du den Elevator und was verbindest du damit?

Den Elevator Store habe ich bereits am Anfang meines Interesses zur Musik kennengelernt. Native Instruments Traktor kannte ich bereits und wollte die Software mit einer Hardware betreiben. Nach etwas Recherche habe ich mir bei euch im Store in Münster somit einen Vestax VCI-100 gekauft.

Danke für das schöne Interview und viel Erfolg wünscht dir dein Elevator Team!

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